Mit Directive 8020 verlässt Supermassive Games die Komfortzone der Dark-Pictures-Reihe und schiebt seine Verzweigungsformel tief ins All. An Bord der Cassiopeia, auf Kurs Richtung Tau Ceti f, muss die Crew einer mimetischen Bedrohung trotzen, die an Alien und The Thing erinnert. Unser Fazit nach mehreren Durchgängen.
Die Presse landet in gemischtem bis positivem Bereich: OpenCritic-Schnitt 76 bei 62 % Empfehlung. IGN vergibt 8/10, PC Gamer 85/100, TechRadar 4/5, GameSpot bleibt bei 5/10 und GamesRadar bei 3/5. Unsere vorläufige Mindestwertung liegt bei 7,8/10.
Unser Fazit
Directive 8020 macht Paranoia zur echten Mechanik. Die Turning Points machen Wiederholungsläufe sauber und gezielt, und die Sci-Fi-Horror-Prämisse trägt das Spiel. Lashana Lynch führt eine starke Besetzung an, und der Couch-Koop Movie Night bleibt die beste Art zu spielen.
Was uns gefällt
- Echter Wiederspielwert dank Turning Points, die zurück zu Schlüsselverzweigungen führen.
- Die Cassiopeia-Atmosphäre, zwischen engen Gängen und kosmischer Stille.
- Ein souveränes Ensemble, angeführt von Lashana Lynch.
- Der Movie-Night-Modus, ideal für gemeinsame Entscheidungen.
Was stolpert
Die Stealth-Passagen spalten. Manche funktionieren, andere brechen das Tempo. Kamera und Steuerung weichen von früheren Dark-Pictures-Titeln ab und können irritieren. Der Wechsel zwischen Erkundung und QTE wirkt nicht immer flüssig.
PC: Hardware nicht unterschätzen
Die Anforderungen sind nicht ohne: RTX 2060 oder RX 5700, 16 GB RAM und 40 GB SSD-Installation werden empfohlen. Steam-Deck-Support ist nicht bestätigt, was Handheld-Fans enttäuschen dürfte. Wer auf einer HDD installiert, riskiert spürbare Ladezeiten zwischen Szenen, was den filmischen Anspruch ausbremst.
Konsole vs. PC
Auf PS5 und Xbox Series X|S läuft das Spiel laut Tests sauber, mit der erwarteten Stabilität bei Bewertungen rund um die Metacritic-Mittelwerte 72 (PS5), 73 (PC) und 72 (Xbox). Auf PC zahlt sich Mehraufwand bei der Konfiguration aus, vor allem für Couch-Koop via Movie Night am großen Bildschirm.
Für wen es ist
Wer Until Dawn, The Quarry oder die Dark Pictures liebt und verzweigte Erzählungen mag, kauft Directive 8020 am Releasetag. Wer auf actionreiches Survival-Horror oder Steam Deck setzt, sollte abwarten.
Der Mimic, die eigentliche Kernidee
Wo frühere Supermassive-Titel auf Slasher oder Folklore setzten, macht Directive 8020 die mimetische Bedrohung zum Rückgrat des Gameplays. Die Kreatur wird nicht bekämpft, sie wird gelesen. Jeder Dialog wird zur Konsistenzprüfung, jedes Alibi kann reißen. Die Haltung des Spielers verschiebt sich: beobachten vor handeln, verifizieren vor beschuldigen. Fans von Among Us und The Thing finden vertrautes Terrain, getragen von anspruchsvoller Kinoinszenierung.
Wiederspielwert: das wahre Verkaufsargument
Mit 5 Enden-Familien, 44 möglichen Toden und 65 Sammelobjekten ist Directive 8020 auf Wiederholung ausgelegt. Turning Points ersparen den kompletten Reload: Wendepunkt anvisieren, eine Entscheidung ändern, Kaskade beobachten. Es ist wohl das ausgereifteste Feature des Studios bisher und das Argument für einen Day-One-Kauf bei Fans verzweigter Erzählungen.
Wertung
Supermassive liefert einen ambitionierten Sci-Fi-Horror, der zu seinem narrativen Sandkasten steht. Ungleichmäßig, aber inhaltsreich, belohnt Directive 8020 alle, die sich durch die Schichten arbeiten. Unsere vorläufige Mindestwertung von 7,8/10 spiegelt ein Spiel wider, das mehrere Durchgänge braucht, um seinen wahren Wert zu zeigen.
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